Die Geschichte der Stadt
  Die Sehenswürdigkeiten
  Partner towns
  Kontaktadresse
  Webcam
Március 15. tér
  Town map
  Weather
  0°C
Feels like: -3°C
Humidity: 100%
  Day: Night:
  2°C -1°C
detailed weather
updated: 2010.3.11 1:30 du.
2010. március 11., csütörtök - Szilárd napja van

Die Geschichte der Stadt

Die erste urkundlicher Erwähnung der Stadt Vác findet sich schon im 11. Jahrhundert, insofern ist es gerechtfertigt, von einer tausendjährigen Stadt zu sprechen. Nachgewiesenermaßen aber ist der Ort, wohl wegen der günstigen natürlichen Lage, schon seit mehreren Jahrtausenden kontinuierlich bewohnt. In dieser Gegend, wo die Donau abrupt ihre Richtung ändert, wo sich Gebirge und Ebene treffen, war seit jeher alles Notwendige für das menschliche Leben vorhanden. Berge, Fluss und Wald boten Nahrung und Baumaterial und über den Fluß war der Ort mit der übrigen Welt verbunden. Der Donauübergang und damit das Zusammentreffen wichtiger Straßen begünstigten den Handel.


Mit der Ankunft der Ungarn im Karpatenbeckens und deren Landnahme im Jahre 896 A. D. ist auch die Ansiedlung der heutigen Stadt Vác wieder aufgelebt. Nach Annahme des Christentums unter dem ersten ungarischen König, dem heiligen Stephan, wurde von diesem in Vác ein Bischofssitz eingerichtet.


Der Stiftungsbrief ist leider nicht erhalten. Die erste schriftliche Erwähnung der Stadt Vác stammt aus dem Jahr 1074. Im Jahrbuch der Stadt Yburg, gelegen in Niedersachsen, ist die Stadt unter dem Namen Watzenburg erwähnt. Eine weitere frühe Erwähnung mit "Wac civitas" gibt es im Stiftungsbrief der Abtei in Garamszentbenedek aus dem Jahr 1075. Zur Herkunft des Stadtnamens Vác gibt es zwar mehrere Theorien, aber keine endgültige Antwort. Überwiegend sind die Philologen der Ansicht, dass er sich aus einem Personnamen ableitet. In der Wiener Bilderchronik ist eine Legende zu finden, nach der im Jahr 1074 Géza und Prinz László im Gebiet der heutigen Stadt Vác miteinander den Kampf ausgetragen haben sollen, der über ungarische Thronfolge entschieden hat. In der damals mit Wald bedeckten Gegend soll ein Eremit namens Vác gelebt haben. Nach einer anderen Theorie leitet sich der Name aus dem Namen des ungarischen Stammes Vath ab. Bekannt ist auch, dass das Wort Vác slawischer Herkunft ist und wichtige Siedlung oder Zentrum bedeutet.


Im Leben der Stadt spielte die Funktion als kirchliches Zentrum vom Anfang bis heute eine entscheidende Rolle. Der jeweilige Bischof war auch Grundherr der Stadt. Dies garantierte ihm großen Einfluss auf das Zusammenleben in der Stadt und die Gestaltung des örtlichen Rechts. Die Bistumsverwaltung und die bischöfliche Hofhaltung hatten große Auswirkungen auf Kultur, Architektur, Gewerbe, und die städtischen Einrichtungen.


Kern der mittelalterlichen Stadt war die Vácer Burg, eine über dem Donauufer gelegenen Festung im südlichen Teil der heutigen Innenstadt. König Géza ließ aufgrund eines Gelöbnisses hier zu Ehren der Heiligen Maria einen Dom bauen, in welchen er auch 1077 beigesetzt wurde. Weil Vác im Zentrum des Landes gelegen war und von zentraler Bedeutung war, wurde die Stadt fast von allen kriegerischen Ereignissen berührt und mitunter auch zerstört. Im Frühling 1241 erreichte ein Heereszug der mongolischen Tataren die Stadt. Die Einwohner flüchteten in die Burgkirche und in die bischöflichen Gebäude. Diese wurden von den Mongolen aber niedergebrannt und zerstört. Alle dorthin geflüchteten Menschen kamen dabei ums Leben.

Nach dem Abzug der Mongolen hat König Béla IV. in Vác mit seinen Granden über die Organisation des Wiederaufbaus im ganzen Lande beraten. Im Ergebnis derselben kamen aus den übervölkerten westlichen Gebieten und vor allem aus Süddeutschland Siedler in großer Zahl. In unserer Stadt siedelten diese im Bereich des heutigen Hauptplatzes. Hier erbauten sie nach den überlieferten Bauformen ihrer früheren Heimat zu Ehren des heiligen Michael eine Pfarrkirche. Ebenfalls erstellen sie hier ihre Wohnhäuser und die notwendigen öffentlichen Einrichtungen.



Das 14. und 15. Jahrhundert brachte Aufstieg, Frieden und eine Blütezeit ins Stadtleben. Der berühmte humanistische Bischof von Vác, Miklós Báthori, baute Vác im Renaissance-Stil zu seinem Bischofssitz aus. Weil er königliche Verwandte hatte, konnte er dabei auch auf die Handwerker der königlichen Werkstätten zurückgreifen. In dieser Zeit folgte die Stadt Vác in der Rangfolge der ungarischen Städte unmittelbar den ungarischen Königsstädten. Diese Blütezeit endete mit der Eroberung der Stadt durch die Osmanen. Jetzt folgte die fast eineinhalb Jahrhunderte andauernde türkische Herrschaft. Weil in den Wirren am Ende der Türkenherrschaft sowohl die Ungarn als auch die Türken die Burg und den Übergang über die Donau besitzen wollten, wurde die Stadt mehrfach gestürmt. Mehr als vierzig Mal hat in dieser Zeit die Burg den Besitzer gewechselt.

1686 wurde Vác vom türkischen Joch endgültig befreit. Die Stadt lag jetzt aber in Trümmern. Die Bevölkerung hatte die Stadt verlassen. Die Felder um die Stadt herum lagen wüst. Mit dem Wiederaufbau wurde umgehend begonnen. Jahrzehntelang wurde dieser aber durch weitere kriegerische Ereignisse, wie den Rákóczi - Freiheitskampf, sowie durch Naturkatastrophen behindert. Nach der Brandkatastrophe von 1731 - es sind dabei 198 der insgesamt 229 Häuser in der Innenstadt abgebrannt - begann der große Wiederaufbau durch den Vácer Bischöfe. Von 1770 bis zum Ende des 18. Jahrhunderts entstand Vác als vollständige barocke Anlage auf dem Gebiet der mittelalterlichen Stadt neu.

Die Neubesiedlung der Stadt in dieser Zeit ist zum einen das Ergebnis einer organisierten Entwicklungspolitik des Bischofs und zum andern spontaner Einwanderungen. Ziel der bischöflichen Grundherren waren der Aufbau und die Revitalisierung der Wirtschaft. Gewünscht waren ausschließlich katholische Siedler. Diesen wurden verschiedene Vergünstigung (Bausplatz, Baumaterial, Steuerbegünstigung) angeboten. Neben den zurückkehrenden Ungarn kam der überwiegende Teil der Neusiedler aus dem deutschen Sprachgebiet. Weitere kamen aus Böhmen, Mähren, der Slowakei, Serbien und Kroatien, Einzelne sogar aus Frankreich und Italien. Diese heterogen zusammengesetzte Bevölkerung entwickelte sich bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zu einer selbstbewussten Vácer Bürgerschaft. Die Wirtschaft machte Fortschritte, insbesondere im Weinbau und im Manufakturgewerbe.


Der für dieses Zeitalter charakteristische Glaubenzwist beeinflusste auch die Stadtpolitik. Diese verfolgte in der bischöflichen Residenzstadt zuerst die Absicht, die während der Zeit der türkischen Herrschaft zum reformierten Glauben übergetretene Bevölkerung zum katholischen Glauben zurückführen. 1712 hat Bischof Kollonich den Nicht-Katholiken die freie Glaubensausübung verboten. Deshalb siedelten die Reformierten in das nördlich der Stadt gelegene Gebiet um. Hier gründeten sie unter dem Namen Kisvác (klein Vác) eine neue Ansiedlung. Bis 1769 war Kisvác als Dorf selbständig und von Vác unabhängig.


Auch die Stadt Vác war in diese Zeit in eigenartiger Weise zweigeteilt: mit Besitzrechten des Bistums und des Domkapitels. Es bestand die Vereinbarung, dass das Domkapitel als eigenständige Gemeinschaft ein Achtel des Einkommens des Grundherrn erhalten sollte. Weil die Gutsverwaltung des Bischofs diese Leistung nicht erbrachte, kam es zu einem Prozess. Dieser endete mit einer wirksamen Aufteilung der Stadt. Das Domkapitel bekam anstelle des vereinbarten Anteils an den Einnahmen aus dem Grundbesitz ein Achtel des Stadtgebietes und der Gemarkung. Ab diesem Zeitpunkt war das Domkapitel Vác eine eigenständige Verwaltungseinheit mit Rat, Siegel, und eigenständigen Zunftordnungen. Die Bischofsstadt Vác - war gewissermaßen die Zwillingsstadt. Beide Städte - die Kapitularstadt Vác und die Bischofsstadt Vác bildeten nur dann eine gemeinsame Kommission, wenn etwa beide betreffende Angelegenheiten verhandelt wurde.

Viele bedeutende, gebildete und anspruchsvolle Bischöfe des 18. Jahrhunderts schenkten der Ordnung und Entwicklung der Stadt besondere Aufmerksamkeit. Die meisten von ihnen waren aufgrund des Einflusses der Habsburger keine Ungarn. Entscheidenden Einfluss auf die Gestaltung des heutigen Weichbildes nahmen Friedrich Michael Althann, später dessen Neffe Karl Althann, sowie Karl Eszterházi und Christoph Migazzi.

Im zweiten Drittel des 18. Jahrhunderts wurde außerhalb des Stadttores das so genannte "rote Haus" (Vörösház) als Wirtschaftsgebäude der bischöflichen Gutswirtschaft erbaut. Das Gebäude erhielt seinen Namen nach der roten Farbe, die der aus Neapel kommende Bautrupp für den Anstrich verwendet hatte. Zu dieser Zeit begannen auch die Bauarbeiten am bis heute erhaltenen und genutzten Rathaus. Infolge einer von 1740 bis 1741 wütenden Pestepidemie wurde die Dreifaltigkeitsäule vor der Piaristenkirche errichtet, nicht zuletzt im Glauben, damit weitere Epidemien zu verhindern; in selber Intention wurde die einem der vierzehn Nothelfer, dem Heiligen Rochus geweihte Kapelle neben dem Friedhof für die Pestopfer gebaut, der damals noch an der Grenze der Stadt lag. 1745 wurde die Piaristenkirche eingeweiht, und 1755 war auch die Dominikanerkirche fertig gestellt. Diese wird von Vácern deshalb "Kirche der Weißen" (Fehérek temploma) genannt, weil die Dominikaner in weißem Ornat gingen. Bischof Karl Eszterházi hat die Kirche des heiligen Michael am Hauptplatz, deren Reste wir heute dort sehen, abreißen lassen, um daselbst die heutige Platzanlage zu schaffen. In seiner Amtszeit wurde auch mit dem Bau des heutigen Doms begonnen. 1759 schließlich wurde die Brücke über den Gombás Bach mit den aus Stein gehauenen Heiligenfiguren (koszentes híd) erbaut, über die man fährt, wenn man von Budapest kommend, die Stadt betritt.

Ihre Blütezeit hatte die bischöflichen Residenzstadt in der Amtszeit von Bischof Christoph Migazzi (1756 - 1757) und (1762 - 1786). Das bedeutendste Baudenkmal der Stadt ist die zwischen 1761 und 1777 erbaute Kathedrale, im Volksmund oft Dom genannt, wegen der Aufschrift D.O.M. - Deo Optimo Maximo. Stilistisch ist diese geprägt durch eine Mischung spätbarocker und klassizistischer Elemente. 1764 war Königin Maria Theresia vom Bischof als Gast nach Vác eingeladen. Aus diesem Anlass wurde der Triumphbogen, in der Umgangssprache auch Steintor (Kökapu) genannt, erbaut. Der Bau wurde innerhalb eines halben Jahres ausgeführt und ist landesweit ein einzigartiges Baudenkmal. Auch die Arbeiten am Rathaus waren bei Ankunft der Herrscherin abgeschlossen. Anstelle der zerstörte Burg errichtete der Franziskanerorden eine Kirche, die 1766 fertiggestellt war. 1772 waren auch die Bauarbeiten am Bischofspalast gegenüber dem Dom abgeschlossen.

Mit dem 19. Jahrhundert begann die Industrialisierung. Sie brachte einen grundlegenden Wandel: Aus den Werkstätten der Handwerker entstanden Kleinbetriebe und Fabriken. 1846 wurde die erste ungarische Eisenbahnlinie, die von Vác nach Pest führte, eröffnet. Die neue Mobilität brachte nicht nur Gutes. Der Handel in der Stadt verlor an Bedeutung, weil der Markt in der Hauptstadt jetzt leicht zu erreichen war. Gleichzeitig schuf die Eisenbahn aber neue Arbeitsplätze für Tausende Stadtbewohner, die früher als Winzer oder Weinhändler ihren Lebensunterhalt erwirtschafteten, nachdem in den 70-iger Jahren diese durch die Reblaus ihre Existenz verloren hatten.

Die Jahre 1848 und 1849 waren in Ungarn geprägt von Revolution und Freiheitskampf. In Vác fanden in dieser Zeit zwei große Schlachten statt. Daran erinnert der Obelisk, dem landesweit ersten Denkmal seiner Art, an der alten Landstraße nach Budapest, vor der alten Wallfahrtskapelle mit Namen Siebenkapelle (Hétkapolna).
Nach dem österreichisch-ungarischen Ausgleich von 1867 folgte eine kurze und intensive Zeit friedlicher Entwicklung für die Stadt. Sie begründet in der Industrie sowie im kulturellen und öffentlichen Leben den Aufschwung. Es finden sich zahlreiche Vereine und Sportgruppen zusammen. Besondere gesellschaftliche Ereignisse und eine aufblühende örtliche Presse charakterisieren die positive Stadtentwicklung an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Die Schönheit der Landschaft am Donauknie und der Bau des neuen Stadtteils Deákvár lockte viele Gäste für kürzere oder längere Aufenthalte nach Vác. Viele davon ließen sich in der Stadt auch dauerhaft nieder. Eine Reihe prominenter Persönlichkeiten, Künstler und Wissenschaftler, waren mit Vác in besonderer Weise verbunden. Kultur, Geschichte und die besondere Atmosphäre der Stadt Vác spiegeln sich teilweise in ihren Werken wieder.

Die beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts und deren Auswirkungen hinterließen auch in Vác Spuren und Opfer: Entrechtete, Invalide, Waisen, Flüchtlinge und Ausgewiesene sowie Besatzung, Psychoterror und seelische Erniedrigung.
Dem Krieg folgte eine gesellschaftliche Wende, die Verstaatlichung, welche in den Fünfzigerjahren die Eigentumsverhältnisse in der Wirtschaft grundlegend änderte. Im Schulwesen und im Kulturbereich machte sich die neue Weltlage am stärksten bemerkbar. Vereine wurden aufgelöst, und das System der kirchlichen Institutionen drastisch reduziert. Die Lebensumstände weiter Bevölkerungskreise wurden sehr stark in Mitleidenschaft gezogen.

Von nun an bildeten im Staatseigentum stehende Großbetriebe das wirtschaftlich Rückgrat der Stadt. Für die Aufnahme der angewachsenen Bevölkerung wurden Plattenbausiedlungen errichtet. Diesem grundlegenden Wandel der Lebensgewohnheiten passte sich auch das gesellschaftliche Leben an. Im Bereich der Kultur bewahrten die vorhanden öffentlichen Museen sowie die Angebote des neuerrichteten großen Kulturhauses und der Betriebe die überlieferten Traditionen.

Mit der Wende von 1989 änderte sich auch das Leben von Vác. Mit der Auflösung der Großbetriebe fiel ein großer Teil der bisherigen Arbeitsstellen weg. Gleichzeitig eröffneten sich neue Möglichkeiten - das wirtschaftliche Leben wurde umstrukturiert. In Vác belebte die Kirche im Schulbereich wieder ihre alten Einrichtungen und stärkte damit die Bedeutung des schulischen Angebots in der Stadt. Als Institut für eine Hochschulausbildung setzt neben der Abteilung der Gábor-Dénes-Hochschule und der Theologischen Hochschule die Apor-Vilmos Hochschule ihre Tätigkeit in Vác fort.

Vác ist heute eine dynamische Kleinstadt mit einem hoch entwickelten Netzwerk an Bildungseinrichtung, einem aktiven öffentliche Leben und einem sehenswerten historischen Gebäudebestand, der nach und nach renoviert wird. Der neu konzeptionierte barocke Hauptplatz, die ausgebaute Donaupromenade, Bau- und Kulturdenkmale sowie Museen machen Vác zu einem attraktiven touristischen Anziehungspunkt, den es für den Wasser- und Fahrradtourismus noch mehr zu erschließen gilt. Insofern ist die Stadt durchaus ein lohnendes Ziel mit einem vielfältigen Angebot.



  WELCOME
dr.Bóth János
Bürgermeister
  Tourinform office

  Places of interest

DunaWeb Kft. 2007. Impresszum Médiaajánlat